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HOTTER FRAGT… ACFOWE

Hotter fragt…ACFOWE. 2=1 Crew die immer zusammen agiert. Viel Spaß beim Interview. Hustlehorst.

Stellt euch doch mal vor?


Moin Horst,
kurz gefasst sind wir ein Haufen guter Freunde aus den östlichen Randbezirken Berlins.

Seit wann malt Ihr allgemein und seit wann zusammen als Crews und warum überhaupt?


OWE:
Wir existieren als aktive Gruppe seit 2004 und sind Freunde, die in der selben Nachbarschaft groß geworden sind. Graffiti ist einfach unser gemeinsames Hobby und eines von vielen Bindegliedern zwischen uns.


ACF:
Wir haben uns als Skatercrew gefunden und mit Graffiti aus Ironie angefangen. Die erste Crew war PKS (Punkt-Komma-Strich). Naja dann haben wir gefallen dran gefunden und sind seit ca. 2005 aktiv.


ACFOWE/OWEACF:
Das erste Mal haben wir uns ca. 2006 gegenseitig beschnuppert. Damals hatten wir eine Art Headquarter in der Revalerstraße, in den leerstehenden Bahnhallen. Die boten genug Platz zum Malen, Gammeln, Buffen und Sachen, die man halt als Pubertierender so macht. 2008 hatte einer von uns einen sehr schweren Unfall. Dieser Unfall hat uns als Gruppe stark zusammengeschweißt und definitiv auch geprägt. Es bildete sich unsere Basis, auf der sich alles weitere entwickelt hat, sowohl persönlich als auch kreativ.

Gibts bei euch rege interne Wechsel oder besteht Ihr schon lange in der Konstellation zusammen?


Nope, rege Wechsel gibt es nicht.
Die meisten bestehen das Casting nicht und schaffen es einfach nicht in den Recall.

Eure 6 Buchstaben. Wie kamt Ihr darauf?
3 + 3 = 6


Crews die viel zusammen malen sind ja normal. Aber ich würde sagen, neben jedem ACF ist auch ein OWE. umgekehrt genauso. Habt Ihr einfach die gleiche Wellenlänge?


Wir sind einfach gute Freunde. Das wirkt sich natürlich auch auf´s Sprühen aus. Wir suchen, planen und bereiten die Sachen gemeinsam vor und sprechen dann natürlich auch ab was geschieht. Wir probieren so oft wie möglich beides zu kombinieren, aber wenn es mal nicht klappt dann gibt´s halt mindestens ein Tagg in´s Piece.

Meistens wollen Crews den ganzen Fame für sich. Warum teilt Ihr Ihn. Oder ist es für euch einfach Unterstützung?


Ehrlich gesagt steht Fame für uns nicht im Vordergrund, bzw. ist die Anerkennung von Außenstehenden definitiv nicht die Hauptmotivation. Man schlägt sich ja nicht die Nacht um die Ohren, damit Werner aus Schöneberg am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit einen netten visuellen Erstkontakt mit uns hat. Tatsächlich ist das gemeinsame Abenteuer viel wichtiger für uns. Teilen tun wir durch gemeinschaftliche Handlungen, die auch entscheiden, welche Buchstabenkombination wo landet. Klar spielt ein gesunder Egoismus auch ´ne wichtige Rolle, denn man sprüht definitiv auch um sich selber einen schönen Moment zu verschaffen. Ein Beispiel dafür ist ein gemaltes Bild auf dem Arbeitsweg, an dem wir uns erfreuen, weil wir es täglich sehen und es keine Rolle spielt ob irgendjemand anderes das feiert.

 

Was macht für euch den Reiz an Graffiti aus und warum trefft Ihr euch nicht regelmäßig zum Kegeln oder Ähnlichem? Falls Ihr euch oft zum Kegeln trefft ist das natürlich auch in Ordnung.


Puuh, Grundmotivation gibt es verschiedene. Wichtige Faktoren sind mit Sicherheit einmal aus der täglichen Routine auszubrechen, eine kreative/körperliche Auslastung und auch die Motivation neue Orte zu entdecken sowie auch andere Menschen kennen zu lernen. Graffiti hat durchaus auch was mit einer Art Spieltrieb zu tun, eine Art abstrahierte Eroberung fremden Eigentums… und nicht zu vergessen die vielen lustigen Geschichten die entstanden sind in den letzten Jahren.
Für andere Freizeitaktivitäten nehmen wir uns trotzdem regelmäßig Zeit.

Worin liegt für euch der Reiz beim Malen? Ihr seit ja eher Nachts unterwegs anstatt Halls zu machen. Denn viel hab ich legal noch nicht gesehen.


Eigentlich haben wir uns auf Illegales gar nicht so festgefahren, denn es passiert viel mehr als das, klar sieht man das nicht immer. Da wir ein ziemlich großer Freundeskreis sind, variiert auch das kreative Output. Wir machen auch Halls, Leinwände, Aufträge, veranstalten kleine Jam´s und Battles oder einfach nur gemütliche Grillabende.

Wie vereint Ihr Job/Familie und malen? Wenig Schlaf, nachts Adrenalinrausch und tagsüber hängt man durch. Warum der ganze Streß?


Tja, Organisation ist alles und wenn man Sachen einigermaßen gut vorbereitet, dann ist es ja eher positiver Stress. Graffiti als erwachsener Mensch zu betreiben sollte auch bedeuten Sachen bewusst umzusetzen. Wenn man am nächsten Morgen müde ist, kompensiert man das im besten Falle ja mit der Zufriedenheit über die entstandenen Resultate. Darüber hinaus sind wir über die Jahre hinweg auch ein gut eingespieltes Team geworden. Egal in welcher Konstellation wir losgehen ist mittlerweile, ohne viel Gerede, klar worauf geachtet wird und was notwendig ist, damit alle relaxed sind.

Was mir persönlich gefällt. Jedes Bild ist anders. Viele verschiedene Styles und immer was Neues. Das vermisse ich bei den meisten Crews. Ist das euer eigener Anspruch? Oder wärs sonst langweilig?


Das ist definitiv unser eigener Anspruch und auch dem geschuldet, dass wir verschiedene Akteure haben und nicht nur 1-2 Dudes, die alles vorziehen. Klar gibt es dann auch mal ein paar Versuche, die ein wenig seltsam aussehen können, aber uns ist wichtig nicht zu stagnieren und kein Stempel-Graffiti zu machen. Außerdem haben wir alle den Vorteil in Berlin zu leben und sind einfach mal Bestandteil einer riesigen Szene. Die Graffitikultur in Berlin ist im ständigen Wandel, dauernd neue Pieces und Styles. Das beeinflusst natürlich und regt an sich weiter zu entwickeln.

Character bei Crew-Bildern sind in Berlin absolute Seltenheit geworden. Warum macht Ihr euch den Stress und gibts jemanden der sich darauf spezialisiert hat?


Es gibt ein paar von uns die Bock hatten sich auf Character zu spezialisieren, andere konzentrieren sich halt weiterhin auf Buchstaben/Styles. Die Gemeinschaft lebt ja nun mal von der Vielfältigkeit ihrer Mitglieder und so bringt sich jeder mit seinen Stärken ein. Wir haben uns als Ziel gesetzt ein bisschen mehr Quali einzubringen und deswegen gibt es jetzt vermehrt Character. Das rundet die Sachen konzeptionell etwas ab.

Wie sieht die Arbeitsaufteilung bei euch aus? Strohhalme ziehen wer vorziehen darf oder wer am schnellsten ´n Bier ext?


Wer vorziehen will muss füllen.


Thema Planung. Was nehmt Ihr auf euch, um die Stelle zu machen?


Hmm schwierige Frage.
Wenn der Ort des Geschehens auserkoren ist, probieren wir natürlich alles Notwendige um den Spot zu erobern. Wichtig ist uns dabei eigentlich nur, dass unsere eigenen Werte dabei nicht verloren gehen. Es sollte halt einfach friedlich und undercover sein.

Aber Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Was ist euch am liebsten? Streetpiece, Linepiece oder Kiste?


Einseitige Ernährung ist ungesund, man soll sich ja bekanntermaßen vielseitig und ausgewogen ernähren.

Ich erinner mich noch an das ACF Kaulsdorf Nord. „NIE WEG GEWESEN“. Es wurde etwas ruhiger bei euch. Warum habt Ihr nochmal richtig losgelegt?


Ah okay die Aktion müsste so ca. 2-3 Jahre her sein. In Bezug auf das Zitat kann man nur sagen, dass es der Wahrheit entspricht. Wir waren eben nie weg, sondern haben uns einfach auf andere Sachen konzentriert. Das spricht sowohl für unsere individuelle, persönliche Weiterentwicklung, als auch für´s sprühen. Wir haben uns eine Weile nicht mehr auf unsere Heimatbezirke konzentriert und die Sache ein wenig globaler in Angriff genommen. Unser Graffiti findet halt in der realen Welt statt und nicht auf Online-Plattformen. Da wir bis jetzt auch nichts publiziert haben, sehen Andere natürlich nur einen Bruchteil dessen was passiert. Das ist auch okay, denn wir sprühen ja wie gesagt in erster Linie für uns und nicht für den „Insta-Fame“.

Habt Ihr noch irgendwelche Ziele? Mit was kann man noch von euch rechnen?


Na auf jeden Fall muss der Farbvorrat aufrecht gehalten werden, die Freundschaften am Leben und der Fokus auf das Erlangen der Weltherrschaft nicht verloren geht.

Meine persönliche Lieblingsfrage. Wie wart Ihr damals im Kunstunterricht?


Ja. Wir waren physisch anwesend, jung und pubertär.

Eure Meinung zu Graffiti in Berlin?


Solange es uns gibt ist doch alles tutti.

Seit Ihr schon viel rum gekommen oder ist Verreisen und woanders malen für euch nicht so wichtig? Ich meine nicht Urlaub und ich mach mal was, sondern Graffiti-Urlaub.


Wir machen Urlaub, mit Graffiti und auch Graffitiurlaub. Das eine geht halt nicht ohne das andere. `Nen paar Länder waren es ja schon.

Reicht mit Fragen. Wollt Ihr noch was loswerden?


Schufa-Einträge

Bitte spendet an folgendes Konto:
Peter Silie
Boxbank Berlin
IBAN: DE 1312 12612 683

Und die Grüße gehen raus an?


Alle Supporter, Freunde, Crews, Hosts, Checker etc. zu grüßen würde den Rahmen sprengen.
Wir wollen das ihr wisst, dass wir euch lieben: lokal, national und international. For our international friends, ONE LOVE, see you soon.

Danke Jungs !!!

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